…. unterwegs mit und ohne RED 151
…. unterwegs mit und ohne RED 151   

17 000 Kilometer in 80 Tagen ...

                        oder:

... einmal um halb Australien!

Erster Versuch - passt!

Man hat fast ganz Europa bereist, vom Nordkap bis Sizilien, von Portugal bis in die Ost-Türkei und die Jahre vergehen und die Pläne für Reisen zu anderen Kontinente lauern latent im Hinterstübchen. Da braucht es dann nur eine kleine Sinnkrise und schon ploppen sie auf, wie ein Werbebanner im Browser und vermelden, dass deine Lebenszeit ja nicht unendlich sei und schon ist man überzeugt, setzt sich hin und fängt an zu planen: Australien war schon immer auf der Liste und außerdem bin ich ja in meiner Frühzeit schon mal ein ganzes Jahr in Neuseeland gewesen, da sollte man doch noch mal nachschauen, was draus geworden ist!

 

Eins ist mir klar, das wird nicht billig werden! Über ein Reisebüro ergattere ich dann aber einen super-günstigen-Flug von München nach Perth, nach Sydney, nach Auckland und zurück über Melbourne nach München für ganze 1300 Euro! Da kann ich mir für 80 Tage doch locker einen Toyota Hiace 4WheelDrive mit Dachzelt leisten. Und für 5 Wochen einen Mini-Camper für Neuseeland. Dazu 4 Monate Auslandskrankenversicherung, Ausfallversicherung und ein paar wichtige Impfungen und los geht's - aber erstmal noch 6 Wochen Griechenland, September/Oktober!

 

Dann klappt alles problemlos: am 21. Oktober bin ich "airborne", auf dem Weg nach Perth in West-Australien!

Letzte Nacht in Perth - Irish Pub

Eine gute Woche ist jetzt vergangen in Australien, Zeit zum Durchschnaufen hier in Monkey Mia, 1000 km nördlich von Perth. Der Flug mit Emirates über Dubai nach Perth war ok, problemloser als gedacht, da das Video-Angebot umfangreich war. Problemlose Abwicklung, nur das Bett im Hyatt-Regency floppte: Missverständnis meinerseits. Sie finden mir ein anderes Hotel und am nächsten Morgen bin ich pünktlich – dank UBER – am Prindiville Drive, um meinen 4WheelDrive abzuholen. 80 000 km, Dachzelt schon sehr gebraucht, aber das Auto ist ok.

 

Erste Fahrversuche, dann wird kräftig eingekauft. Wo, natürlich bei Aldi. Ich glaub ich seh‘ nicht richtig! Aber bei den Preisen hier ein wahrer Segen. Im Nachhinein habe ich nichts vergessen, also auf geht’s.

 

Burns Beach im Norden von Perth passt nicht richtig, außerdem regnet es, und es ist – mit Verlaub – saukalt! Ich fahre nach Norden, lerne einiges über die Gepflogenheiten hier in Aussie-Land und finde keinen passenden Platz. Dann, es ist schon finster, endlich eine 24hrs-Rest-Area. Wird in Zukunft  der Schwerpunkt meiner Übernachtungen werden: kostet nichts und Toilette ist auch oft dabei.

 

Ich merke schon, dass es hier “back to the roots“ heißt: ursprünglicher halt. Nicht so dekadent, wie bei meinen WOMO-Touren. Also, ich habe mitbekommen: 2 Zwanzig- Liter Kanister, einen für Gebrauchwasser, einen für Diesel, einen Campingtisch und einen Klappstuhl, beide würde ich mich nicht trauen, auf dem Flohmarkt anzubieten, einen Gaskocher ohne Patronen, eine Kühlbox, die nur auf 12-Volt läuft, eine nagelneue 12-Volt-Lampe und ein Klapp-Dachzelt mit Leiter.

 

Ohne Einführung erschließt sich mir der Aufbau erst am ersten Übernachtungspatz, dank der Hilfe eines vagabundierenden Engländers mit selbstgebasteltem Wohnmobil und leider kaputten Zähnen und Füßen. Aber wie freundlich! Ich bekomme sofort Kaffee – übrigens nur von Kaffeepulver und sehr gewöhnungsbedürftig! Wir bauen gemeinsam auf und ich beschließe einen Tag länger zu bleiben, von wegen Aussitzen des Jetlags und so. Dabei fällt mir auf: Bier hab‘ ich vergessen einzukaufen, oh je!

 

Die erste Nacht ist Schlafen im Auto angesagt, da wußte ich leider noch nicht, wie man die Sitze arrangiert, um eine gerade Liegefläche zu bekommen. Aber, wie gesagt; back tot he roots!

 

Es ist mir zu kalt und daher düse ich nach Norden, in den Pinnacles National Park, eine Wüstenlandschaft mit Steinsäulen, vermutlich ein „petrified forrest“. Macht Spaß darin auf (festen) Sandpisten rumzukurven.

 

North to Kalbarri-National-Park! Wunderschöne Steilküsten und dann der Durchbruch des Murchison Rivers durch die Hochebene. Ich sehe die ersten lebenden Kangaroos und Emus, ein Waran kriecht über die Straße, phantastisch – und „no snakes“!

 

Viel Wind, auch nachts, und beim Dachzelt bin ich mir nicht sicher, ob es hält. Im Nachhinein: es ist ok! Zwischendurch eine pinkfarbene Lagune (Algen, BASF hat auch eine Dependance hier), Stromatoliten (die ersten sauerstofferzeugenden „Lebewesen“ auf der Erde), eine Bucht mit reinem Muschelstrand, ähnlich dem Reiskornstrand in Sardinien, Baden in einer Bucht mit erhöhtem Salzgehalt (endlich wieder mal ein Bad!), und dann das absolute Highlite: der Peron National Park. Man muss jeden Park bezahlen, ich habe mir Monatskarte besorgt.

 

Das bringt mich auf die Preise hier: ganz schön teuer! Im Niveau so zwischen Norwegen und Schweden. Ein Burger kaum unter 10 Euro, in den Lokalen gibst du gerne 40 Euro aus! Auch die Lebensmittel sind teurer als bei uns.

 

Aber zurück zum Park: Einfahrt nur mit 4WheelCars, zusätzlich verlangt: LowRide Gear and Difflock – hab‘ ich doch beides! Am Eingang gibt’s eine Pump-Station: Reifendruck ablassen auf 20 psi und los geht’s! Mann, macht das Spaß durch den knietiefen Sand zu wühlen! Die Übernachtung auf dem Platz in der Big Lagoon: spektakulär und windig.

 

Ich gönne mir nach diesem Abenteuer eine Nacht in Monkey Mia. Das ist nur ein Campground mit Hotel und einer Delphin-Fütterungsstation für die Touristen. Hat was von Königssee. Aber die Duschen und der Pool sind es wert. Und nun weiter nach Coral Bay zum Riff. Übrigens heißt die Gegend hier Sharks Bay - ich hab leider keinen einzigen gesehen!

Sunset am Indischen Ozean

Hält die Luft nun im Reifen oder nicht? Ich verliere in 24 Stunden 10psi. Die Räder hier haben Ventile mit innenliegenden Nochmalsventilen, wie die französischen Bikeschläuche, und das am linken Vorderrad scheint nicht mehr ganz dicht zu sein.

 

Exmouth ist das neue Ziel, der Cape Range National Park. Und damit natürlich das Ningaloo Reef. Stellenweise nicht mehr als 30 Meter vom Strand entfernt. Der Stellplatz muss über die National Park Website gebucht werden und - es ist verdammt windig. Dieser Wind begleitet mich schon von Beginn an – er ist lästig.

 

Aber der Schnorcheldrift nahe Turquoise Bay entschädigt für alles: eine Unterwasserlandschaft wie im Roten Meer, und was sehe ich als erstes? – natürlich einen giftigen Blue-Ring-Octopus. Leider ist die Sicht durch den Sturm nicht die beste.

 

Nach drei Sturmtagen – der Wind wird von Tag zu Tag stärker – gebe ich auf. Heute ist erster November, ob das hier ein Feiertag ist? Natürlich nicht! Ich fahre zu einer Reifenwerkstatt, erkläre mein Problem und 2 Minuten später habe ich ein neues Ventil und Geld will auch keiner dafür.

 

Jetzt, zurückblickend, bemerke ich: ich bin viel zu schnell unterwegs. Ich düse mit 100 km/h und habe noch gar nicht bemerkt, das der Toyota sogar einen Tempomat hat. Wegen des Windes zweige ich von der Küstenroute ab Richtung Karijini National Park. Das mit dem Wind war richtig, dafür erwischt mich die Hitze zum ersten Mal so richtig. 43 Grad und der Boden strahlt die Glut unbarmherzig wieder ab. Gottseidank gibt es in diesem Park die ersten Pools zum Schwimmen. Ein Genuss! Das Wasser hat so um die 28 Grad, ist relativ sauber, man kann auch mit dem Kopf untertauchen. Aber übernachten hier, fast ohne Schatten?

 

On the road again, weitere 200 Kilometer abgespult, bis eine „24 hours Rest Area“ hergeht. Das sind Rastplätze an der Straße, meist mit Toiletten, überdachten Sitz- und Esstischen und Wasserbehältern, allerdings nicht zum Trinken. Und das alles kostenlos. Natürlich ist der Hygienestandard ungewohnt, aber was soll's! Staubig ist es ja noch dazu. Zum Duschen reicht eine Wasserflasche, über den Kopf gekippt. Back to the Basics, anpassen und genießen!

 

Man trifft auf allen diesen Plätzen nette, interessierte Menschen und wenn ich wegen des Dialekts auch nur die Hälfte verstehe: man ist nie allein, so man nicht will. Momentan steh' ich neben einer Amerikanerin, so etwa in meinem Alter, die schon seit zwei Jahren durch die Welt tourt. Momentan in einem kleinen Mitsubishi Camper, nett eingerichtet, aber, das sagt sie selbst, von der Hauptstraße wegzufahren ist kaum möglich. Da sehe ich, dass ich die richtige, wenn auch "etwas" teuere Entscheidung getroffen habe: den 4Wheel-Drive! Damit kommt man überall hin

 

Food- und Coolbox wieder aufgefüllt in South Headland und dann kommt der 90-Mile-Beach. Ein dementsprechend langer, knallweißer Sandstrand, an dem der Highway in 20 Kilometer Entfernung parallel entlang zieht: man sieht also: nichts! Drum gleich auf den ersten Campground und für zwei Nächte eingebucht. Hier trifft mich auch zum ersten Mal die Schwüle: 40 Grad und um die 80% Feuchtigkeit. Leider kann man im Meer nicht schwimmen: der Tidenhub beträgt um die 5 Meter, es ist flach, ähnlich wie im Wattenmeer und im Meer schwimmt alles mögliche.

 

Dann lockt die Stadt Broome. Angepriesen als Urlaubsmekka und der Hit im Nordwesten mit eigenem internationalen Flughafen. Und was ist es: ein weiterer Hotspot wie Coral Bay oder Monkey Mia, nur viel größer. Ich suche die Dromedare am Cable Beach, aber der Sturm treibt die Sandfontänen gnadenlos auf die 10 Leute, die sich auf dem riesigen Areal verlaufen haben. Nein, nichts für mich. 40 Kilometer zurück bis zur T-Junction auf den Great Northern Highway.

 

Gewitter ziehen auf, von allen Seiten blitzt und donnert es, Regen ist auch dabei. Ich finde eine Rest Area, lege mich mit der kleinen Luftmatratze auf den Tisch im überdachten Bereich und genieße mein erstes tropisches Gewitter.

 

Am nächsten Morgen ist der Spuk vorbei und ich hangle mich, immer noch viel zu schnell, weiter nach Nordosten. Bei Derby entscheide ich mich, der Gibb River Road ein Stück zu folgen, obwohl mich einige davor gewarnt haben. Sie soll jetzt, zu Beginn der Regenzeit, in einem sehr schlechten Zustand sein. Eigentlich logisch, dass niemand mehr was macht, wenn die Regenzeit bevorsteht.

 

Regenzeit? Keine Spur von Regen! Nach 100 Kilometern zweige ich ab zum Windjina National Park. Es erwartet mich ein halb ausgetrockneter Fluss mit Krokodilen darin. Endlich! Die sind aber so scheu, dass sie vor mir fliehen. Erst eine Woche später erschließt sich mir der Grund.

 

Die Schotterstraße ist fürchterlich, ich verpasse sogar den Tunnel Creek und nach 70 Kilometern Rumpelstraße bin ich froh, wieder auf dem Highway zu sein. Ohne 4Wheel-Drive – unmöglich. Bei Hales Creek gibt es eine Abzweigung nach Palm Springs: 40 Kilometer Staubstraße und dann eine Oase wie im Märchen, nichts wie los!

... und immer wieder brennts!

Nichts als Staub und dann plötzlich Palmen und ein Pond mit herrlich warmem Wasser. Treffe ein Paar, er ehemals Holländer, sie Deutsche. Sie wollen morgen in den Bungel Bungel Park; ich kneife, ohne einen zweiten Ersatzreifen traue ich mich nicht, der Weg soll sehr schlecht sein.

 

Die Grenze zum Northern Territory ist nicht besetzt (Verbot der Einfuhr von Obst). In Kununurra, ein Stausee mit Liegewiese, ich glaub es nicht. Aber so ganz wohl ist mir nicht und ich bleibe lieber in Ufernähe.

 

Nächste Übernachtung 100 km vor Katherine, heiß und schwül. 2 Franzosen fahren in entgegengesetzter Richtung mit einem Hänger, auf dem ständig der Generator läuft. Ist übrigens ganz normal, haben viele, manche sogar auf ihrem 4WheelDrive – Vorteil: sie haben auch in der Früh kaltes Bier, ich muss erst ein paar Hundert Kilometer fahren. Ein Backpackerduo aus Deutschland erzählt mir von warmen Quellen in Katherine – da muss ich hin!

 

Und es ist wie im Märchen: von Bäumen geschützt, 32 Grad Luft wie Wasser säubere ich 2 Stunden lang meinen Körper. Schräg über mir hängen die Flughunde und stinken: ist eben nichts perfekt im Leben.

 

Kurz bevor mir Schuppen wachsen geht’s weiter in den Kakadu National Park. Im Infocenter Pass besorgt und schon bin ich drei Stunden später beim Gunlom Fall. Nur noch ein Rinnsaal um diese Jahreszeit, dafür aber heiß, aber das will ich jetzt nie mehr erwähnen. Man passt sich an, hält sich so ruhig wie möglich um überhaupt etwas Schlaf zu bekommen. So gegen 4 Uhr morgens bis ca. 9 Uhr ist’s erträglich. Ansonsten enttäuscht der Kakadu Park, ok, die Felsenmalereien und die Szenerie in Ubir sind schon ein Highlight, aber ich freu mich auf Darwin.

 

Kleiner Kulturschock: so viele Autos, dann der Blick nach Norden, wo’s nicht mehr weitergeht, ein kurzer Bummel durchs Zentrum und ich dreh‘ wieder um nach Süden – es ist einfach nichts Interessantes hier und Übernachtungsmöglichkeiten gibt’s erst 25 Km außerhalb.

 

Der Litchfield National Park soll bei weitem schöner sein als Kakadu, und das stimmt. Erstmals bleibe ich beim Banyan Camp hängen, Wäsche waschen und runterkommen. Erste Gewitter ziehen vorbei und es werden 2 tolle Abende mit den Einheimischen und ein paar Travelworker/innen. In der Nacht fühle ich mich wie im Dschungel, die Vögel ersetzen Affen und andere Tiere perfekt und wecken pünktlich beim Morgengrauen. Unglaublich, was die für eine „Metten“ veranstalten.

 

Im Park gibt es drei Schwimmstellen, an denen ich mich die nächsten Tage aufhalte. Bei einem gibt es sogar einen Kiosk und – man glaubt es nicht – Wifi! Ich komm jetzt zum ersten Mal so richtig runter und entspanne total, so stark, dass ich die 40 Km Offroadstrecke mit Bachdurchquerungen locker absolviere. Mit den Rangern bin ich übrigens nachts auf Croc-Suche gegangen. Ist ja ganz einfach: Taschenlampe an und schauen, wo die Augen knapp über dem Wasser leuchten.

 

Mein lieber Schwan waren das viele, aber halt nur Süßwassercrocs, sogenannte „Freshies“ und die tun nichts, die wollen nicht mal spielen. Trotzdem wird mir im Nachhinein noch ein wenig mulmig zumute.

 

Edith Falls Nationbal Park hat auch einen schönen natürlichen Schwimmingpool und da kann ich endlich mal wieder meine Füße bewegen. 7 Kilometer, bergauf und bergab am Creek entlang kosten mich 2 Liter Wasser!

Auf der Weiterfahrt laden mich zwei Australier*innen mit jeweils eigenem WOMO ein, mit ihnen die „Happy Hour“ zu genießen. Ich erfahre allerlei Interessantes über ihr Land aus deren subjektiver Sicht. Beim Zeltabbau am nächsten Morgen hab‘ ich dann meine erste große Spinne auf dem Dach. Mit einem Stock ist sie schnell weggefegt, obwohl sie laut protestiert. Danach bemerke ich, dass mein frisch gekauftes Brot sich von selber bewegt: Tausende von winzig kleinen Ameisen haben es über Nacht bevölkert: ich muss meine „Food-Box“ generalreinigen.

Zur Erholung fahre ich zu den „Bitter Springs“ nach Mataranka und lass mich durchweichen. Hab mir schon gedacht, es riecht ein wenig streng: klar, Schwefel! Drei Tage schleppe ich den Geruch mit mir mit.

Das Daly Waters Pub, muss man gesehen haben. Ein irres Sammelsurium von Gerätschaften und ein Pub, vollgepflastert mit Ausweisen, Bildern und allerlei Gegenständen des täglichen Bedarfs. Das Bier vom Fass schmeckt ausgezeichnet, kein Wunder bei über 40 Grad! Dank WLAN hab ich mir auch ein Quartier beschafft in Perth für die letzten Tage in Australien.

Der Stuart Highway zieht sich nach Süden, die Landschaft wird öder und langweiliger, ein Gewitter zieht auf, es stürmt! Aber außer ein paar Tropfen ist nichts: 4 Jahre haben die hier keinen Regen gehabt, aber mit Bewässerung aus den selbst geschlagenen Brunnen wächst wenigstens ein bisschen Rasen, auf dem man sich die staubigen Füße abwischen kann. Ich lasse das Dachzelt offen, herrlich der Wind, auch wenn er heiß ist, dafür fressen mich die Mücken auf.

Bei den Devil Marbles stoppe ich und stolpere in der Hitze zwischen den abgeschliffenen Gesteinsbrocken herum. Laut indigener Urbevölkerung (so die offizielle Bezeichnung) leben hier Menschen unter den Felsen und versuchen Besucher in die Unterwelt zu verschleppen – da zieh‘ ich lieber weiter. In Barrows treffe ich viele „Locals“ und Aborigines – wird ein lustiger Abend! In der Nacht muss ich allerdings das Zelt einklappen und im Auto schlafen: heißer Sturmwind. Aber jetzt ab in den Bush!

East MacDonnell Ranges, auf dem Plenty Highway nach Gem Tree. Ein wunderschöner Campground mit Pool, man könnte auf Opalsuche gehen, ich faulenze. Eigentlich wollte ich dann über den Cattlewater Pass weiter – Tipp aus dem Buch – aber der ist schon seit Jahren gesperrt, weil es zu viele Unfälle gab. Nehm ich halt den Arltunga Drive und übernachte – voll eingestaubt – auf einer Farm, mitten im Outback. Dort treffe ich den Skischulleiter vom Charlotte Pass Skigebiet, der mir auch sofort einen Job für die nächste Saison anbietet, was ich dankend ablehne. Nicht weit entfernt ist das alte Goldgräbergebiet von Arltunga: ich stöbere einen Tag herum und fahre weiter auf dem Rumpelweg nach Alice Springs.

Jetzt stehen die Highlights bevor: einige Tage in den West MacDonnells, dann 160 Kilometer grobe Strecke über den Mereenie Drive bis zum Kings Canyon. Die Umrundung des Canyons ist das erste Highlight. 4 Stunden kraxeln, aber was für Aussichten! Dann die Olgas (Kata Tjuta) mit dem Rundweg durch das „Valley oft he Winds, und am nächsten Tag der Uluru! Man hat ja schon tausend Fotos gesehen, aber direkt davor zu stehen, magisch!

Dann wird’s langweilig auf dem Weg weiter. An einem Salzsee treffe ich einen älteren Aussie, der den Weltuntergang beschwört und deshalb von Alice nach Tasmanien übersiedelt, weil Australien in ein paar Jahren unbewohnbar sein wird. Na ja, wenn’s weiter so trocken ist, dauert das sicher nicht mehr lange. In den Flinders Ranges kann ich sehen, wie viele Farmer aufgeben mussten. Riesige Flächen, einst beherrscht von Rinderherden, liegen nun brach und es wächst nichts mehr. Beim Bush Camp in den Flinders bekomme ich abends und morgens Besuch von Kängurus und Emus, die mich überhaupt nicht beachten.

Bei der Rückfahrt bemerke ich – direkt vor einer Werkstatt – eine große Schraube im linken Vorderrad; Glück im Unglück. Eine halbe Stunde Arbeit, und der Toyota ist wieder fit! Bevor ich zum Clare Valley komme, stoppe ich noch am Camp beim Mambray Creek im Mount Remarkable NP. Tolle Bergtour am nächsten Tag zum Sugar Gum Lookout: es ist auch deutlich kühler geworden, der Ozean ist in der Nähe. Dann riesige, abgeerntete Weizenfelder und plötzlich: Weinreben, man glaubt es nicht. Bei einer Winzerei gibt’s einen guten Riesling und der Abend ist gerettet!

Auf dem Weg zurück darf ich die Alligator-Gorge nicht auslassen, aber, es ist ein Hitze-Tag, und ich stoße an meine Grenzen! Also gönne ich mir eine Woche Eyre-Halbinsel mit Strandspaziergängen und faulenzen. Leider ist der Wind zu stark, aber die Austern schmecken super.

Auf zur Durchquerung der Nullarbor Plains. Mein Eindruck: es zieht sich gewaltig. Ich brauche 5 Tage von Ceduna bis Norseman, aber die Head of Bights mit Blick von der Steilküste entschädigen für die langweilige Fahrt. Ich merke auch, dass die Luft schön langsam raus ist.

Esperance, an der Südküste ist dagegen fantastisch. Diese Strände! Und ich komme sogar mal zum Untertauchen im 19 Grad kalten Wasser. Schwimmen ist unsicher, wegen der ständigen Haifischgefahr und den vielen Quallen. Tja, und dann haben die vorderen Stoßdämpfer aufgegeben, aber man findet zum Glück einen Betrieb in Albany, der mir am Tag vor dem Heiligen Abend das in Ordnung bringt. Auf dem von Weg dorthin treffe ich einen „Grumpy Old Bastard“, der vor 50 Jahren nach von Hamburg nach Australien ausgewandert ist, ja und mit ihm verbringe ich jetzt die Weihnachtstage, beside the road.

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