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Hot Spots in Kroatien

Quadratur des Kreises  -  "Chillen" und "Aktiv sein" in Kroatien.

Blick vom Velebit auf die dalmatinische Inselwelt

Natürlich war ich im Frühjahr schon am Mittelmeer, aber durch den Ärger mit dem Hundebiss konnte ich das nicht so genießen und Finnland im August war super – aber eben kein Sommerurlaub, denn dazu gehört für mich Wärme und blaues Meer. Es ist erst Oktober - also rein ins WOMO und "runter" nach Dalmatien, das sich für einen „Dualen-Urlaub“ besonders gut eignet.

 

Das Übernachtungsangebot ist gut und wird von Jahr zu Jahr besser: man hat erkannt, dass sich auch kleinere Anlagen mit Stellplatz- Möglichkeiten für fünf bis 20 WOMOs für die Betreiber lohnen, auch wenn diese Gäste, so wie ich, keinen „Sommerurlaub“ dort verbringen, sondern öfters im Jahr für jeweils ein paar Tage vorbeischauen.

 

Auch wenn manche immer noch nach altem Vorbild versuchen, ihre Gäste zur Hauptreisezeit zu „schröpfen“, getreu dem Motto: „viel Gäste, viel Preis“, scheint sich die Einsicht durchzusetzen, dass ein Einkommen außerhalb dvoner Saison (Juli – August) nachhaltiger sein kann als die Massenabfertigung auf Campingplätzen, wie beispielsweise in Istrien.

 

Die 150 Kilometer lange Küste von Rijeka bis Starigrad, am „Velebitski Kanal“ hat Gottseidank nicht diese großen, ebenen Freiflächen, die sich zur Käfighaltung von Urlaubern eignen. Das Gebirge beginnt gleich hinter dem Meer, und da bleibt nur Platz für kleinere Stell- und Campingplätze. 15 Euro für WOMO plus Fahrer ist normal, wenn man keinen Strom benötigt; bei längerem Verbleib kann man durchaus verhandeln. Ich bevorzuge Meeresnähe, denn Aktivität ist untrennbar gekoppelt mit Erholung.

1. Nationalpark Paklenica

Starigrad ist das "Gate" für den Nationalpark Paklenica (=kleine Hölle), einem Hotspot für viele Sportmöglichkeiten. Im östlichen Bereich von Starigrad quartiere ich mich gern bei Ivans „Camping Jaz“  (44.283120, 15.459856) oder im Kamp Igor (44.283266, 15.463822) ein, oder gleich auf dem Autocamp Pisak in Seline (44.272434, 15.476706), so man den Aufstieg ins Velebitgebirge durch die Mala Paklenica (Kleine Paklenica-Schlucht) angehen will.

 

Große Ansprüche an die sanitären Einstellungen darf man natürlich nicht haben, aber es gibt hervorragendes Trinkwasser, warme Duschen und Entsorgungsmöglichkeiten – mehr braucht man als WOMO-Reisender ja nicht.

 

Was man aber fairer Weise erwähnen sollte: die Gegend ist „bura-gefährdet". Die Bura oder eingedeutscht Bora ist ein Fallwind aus dem Velebitgebirge und sie fetzt mit großer Gewalt die Berge herab. Böen mit Spitzengeschwindigkeiten über 250 km/h richten immer wieder Unheil an.

 

Die Bura bläst vorwiegend im Winter, aber leider auch in den übrigen Jahreszeiten. Im  Winter weht sie bis zu zwei Wochen, ansonsten normalerweise nur maximal fünf Tage am Stück. Die kalte Luft über den Karsttälern Kroatiens stürzt dann als Fallwind durch die Gassen der Karstgebirge herunter. Straßen werden gesperrt, es wird kühl und das Meer wird umgekrempelt und scheint zu "kochen", obwohl die Temperatur um bis zu 10 Grad sinkt. Und das dauert dann, bis das Wasser sich wieder erwärmt.

 

Die Wirkung der Bura kann man an den Nordostseiten der Inseln im Kvarner Golf sehen: nur noch nackter Fels ohne jegliche Vegetation! Wenn sich also die Bora aufbaut hilft nur eins: ab nach Süden bis mindestens zur Makarska Riviera!

 

Nun aber rauf aufs Bike und umgeschaut, was diese Gegend zu bieten hat für WOMO-Besatzungen mit (E)- Mountainbikes, Klettersteigausrüstung und Wanderschuhen und dann hinein ins Velebit-Gebirge aufs Hochplateau von Veliko Ruijno. Eine passende Karte gibt es am Eingang zum Nationalpark, aber auch in den meisten „Markets“ – unbedingt besorgen!

 

Vom nördlichen Hafenbereich in Starigrad zieht eine geteerte, schmale Straße (Schild: Veliko Rujno) - zum Teil extrem steil – hinauf. Eigentlicher Beginn, ab wo man sich nicht mehr verfahren kann: (44.298006, 15.440067). Die Aussicht wird mit jedem Tritt besser, ein prima Stellplatz  bietet sich in der Vor- und Nachsaison an (44.308214, 15.432307). Vorbei an der Mülldeponie – Nase zu - gemäßigt weiter bergauf, relativ eben rechts an einem Weiler vorbei und ab jetzt wird’s richtig steil! Beton mit Querrillen ersetzen in den steilsten Abschnitten den Teerbelag.

 

Weiter, an einem links gelegenen Weiler vorbei, kommt man zur großen Linkskehre (44.313729, 15.454747) mit Panoramablick. Dann nur noch gemein steil hinauf zum Sattel.

 

Fährt man ein kleines Stück weiter, kommt man zu einem Parkplatz links in einer Senke (44.322330, 15.451371), bevor es nochmals leicht bergauf geht. Von dort unten kann man in einer Viertelstunde hinaufsteigen zu einem "niedlichen" Klettersteig am Vrh Hercegov (714 Meter ü.M.) mit Seilbrücke – empfehlenswert, also Helm und Klettergurt mitnehmen!

 

Kurz vorher zweigt rechts (44.323611, 15.451672 – ca. 630 Meter ü.M.) ein Fußweg ab, der in die Velika Paklenica Schlucht mit dem gleichnamigen Bach hinabführt, von dort noch 10  Minuten zum Waldhaus Lugarnica, oder man nimmt bei der Abzweigung, kurz nach dem Weiler Njive den Pfad nach Ramica Dvori, ganz in der Nähe von Ivancer Dom und Planinarski Dom am Talabschluss, immer auf einer Höhe von ca. 700 Metern. Man könnte sich ja mit dem Auto hinauffahren lassen und zu Fuß via Paklenica River zurück nach Starigrad wandern ….

 

Nach weiteren 5 Minuten endet die Teerstraße an einem Parkplatz. Zeit für die erste Rast. Bis jetzt waren es sechs Kilometer und gut 600 Höhenmeter. Kurz vor dem Parkplatz führt die Straße (ab hier als „strada bianca“) weiter hinauf, allerdings mit sehr moderater Steigung. Sechs Kilometer später erreicht man die Hochebene (960 Meter ü.M.), die weitläufig besiedelt war, aber den Menschen nur das Nötigste zum Leben bot – mehr und mehr drängten die Leute hinab zur Küste und in die Städte; die Häuser verfielen. Jetzt kommen sie zurück und bauen sich die halb verfallenen Häuser als „Sommerfrische“ wieder auf. Weiter, Richtung Westen, stößt man auf den Kern des ehemaligen Veliko Rujno, mit seiner Kirche (rechts). Die Straße wird immer holpriger in Richtung Mali Rujno, man kann endlos weiterfahren.

 

Links zieht ein Steig hinab zum Meer nach Ladin Porat und etwas weiter nach Tribanj Sibuljna, ca.11 km von Starigrad entfernt, auch am Meer gelegen, und rechts warten einige Gipfel zum Besteigen; der leichteste ist links der Bojin Kuk, knappe 200 Höhenmeter mit toller Aussicht!

 

Zurück geht’s auf demselben Weg. Zwei Stunden reine Fahrzeit ohne Pausen kann man einkalkulieren - abhängig auch, wie weit man nach Westen weiterfährt und wie viele Gipfel man besteigt, und die Bremsbeläge müssen in Ordnung sein!  Es ist eine der schönsten Touren ins Velebit-Gebirge. Mit dem WOMO war ich übrigens auch schon oben! Aber länger als sechs Meter sollte das Gefährt nicht sein!

 

Natürlich muss man auch einmal in die Velika Paklenica Schlucht hineinwandern. Am Buffet Dinko (44.285938, 15.452063) beginnt die Zufahrtsstraße, nach einem Kilometer ist man am Parkeingang, wo Eintritt verlangt wird, dann geht’s noch fast zwei Kilometer weiter hinein (auch mit dem WOMO).

 

Erst steil hinauf, links und rechts markierte Kletterrouten – dann zweigt rechts der Steig zum Anica Kuk (712 Meter ü.M.) ab (lohnenswert: ab hier noch 500 Höhenmeter und drei Stunden hin- und zurück, weil man im oberen Teil über messerscharfe Karst-Schrofen klettern muss, und das kostet Zeit) – dann geht’s gleich gemütlich weiter den Bach entlang.

 

Rechts führt wieder ein Steig nach oben bis auf 700 Meter ü. M. und über die Mala Paklenica Schlucht nach Seline wieder hinab. Aber diese Tour macht man besser anders rum, da spart man sich auch die Eintrittsgebühr.

 

Links mündet der Steig von Nijive herab ein und dann ist man gleich am Waldhaus Lugarnica. Noch eine halbe Stunde bis zur Planinarski Dom Hütte und vielleicht noch 15 Minuten hinauf zum Ivancer Dom, dem Talabschluss auf ca. 750 Meter.

 

1000 Höhenmeter wären es noch bis zum höchsten Gipfel des Velebit Gebirges, dem Vaganski Vrh (1757 Meter ü.M.). Vom Parkplatz am Parkeingang dort hinauf und zurück sind das dann gute 8 Stunden ohne Ruhepausen und eigentlich nur im Frühjahr oder Herbst zu empfehlen, weil oben die Sonne gnadenlos „runterbrennt“. Aber dann muss man aufpassen, weil ja die Tage nicht allzu lang sind (Taschenlampe!)! Es lohnt sich auf jeden Fall, gute Kondition vorausgesetzt.

 

Zur Hütte am Talabschluss und zurück zum Parkeingang braucht man nur vier Stunden!

 

Eine kleine Erholungsradtour führt von Starigrad über Sikici, Marasovici, Skuljici und Jurline ans Meer nach Reljani und auf der D8 über Seline zurück. Sie ist gut beschildert mit Bike-Symbolen. Fast alles ist fahrbar und man durchquert die alten Dörfer am Fuße des Velebits. Nebenbei erfährt man auf Schautafeln alles Wissenswerte über die Gegend. Eine nette Nachmittags-Spazierfahrt! Nach der Überquerung des Mala Paklenica Baches, in Höhe von Seline, führt eine neue, in den Hang gesprengte „Straße“ bergauf, die weit hinauf ins Gebirge führt aber eher etwas für ein „Fat-Bike“ mit dicken Reifen ist. Ich "habe" wieder umgedreht!

2. Nationalpark Biokovsko

Biokovo Massiv vom Flugzeug aus

Knappe zwei Autostunden (220 km) sind es von Starigrad nach Makarska, dem Hauptort der Makarska Riviera südlich von Split. Die gut einhundert Kilometer lange Küstenlinie von Omis bis Ploce gehört mit zu den vielen landschaftlichen Highlights Dalmatiens. Grund dafür ist das Biokovo-Gebirge mit seinem Nationalpark. Fast auf den Meter genauso hoch wie das Velebit-Gebirge, bricht es noch gewaltiger ab Richtung Meer und lässt nicht viel Platz für Städte und Dörfer. Lange Zeit ein Geheimtyp, hat der Massentourismus leider auch hier viel „versaut“. Im Hochsommer ist kein Platz mehr an der Küste.

Oben, auf dem Hochplateau, ist dagegen jede Menge Raum, aber ein Karstgebirge weist im Sommer natürlich auch hohe Temperaturen auf, auch wenn der höchste Gipfel 1765 Meter über Meereshöhe erreicht, übrigens der zweithöchste Berg Kroatiens. Die Sonne knallt gnadenlos auf Wanderer und Biker, Schatten gibt es fast keinen. Also verlegt man seine Aktivitäten besser in den Frühling oder Herbst.

 

Es gibt eine „Wanderstraße“ den Biokovska Planinarska Staza (BPS), der über eine Länge von 60 Kilometern über die Berge führt und den man in drei Tagen absolvieren könnte. Ohne Planung ist es schwierig, denn es gibt wenig Übernachtungshütten, und unabhängig, mit Zelt und Schlafsack, muss man viel Wasser mitschleppen (Karstgebirge). Die ganze Hochfläche ist gespickt mit Dolinen!

 

Diese unglaublich schöne Landschaft kann man aber auch mit dem E- Bike erleben. Wenn man sich zeitig genug am Beginn der mautstellen-pflichtigen Straße einfindet (43.258064, 17.081228, 360 Meter ü.M.), sogar locker an einem Tag. Gute zwei Stunden braucht man für die 1400 Höhenmeter, ohne Pausen. Anfangs radelt man durch verbrannten Wald, der sich aber bald schließt und angenehmen Schatten spendet, in vielen Serpentinen aufwärts. Erstes Highlight ist das Erreichen der Hochfläche am Aussichtspunkt Staza (fast 900 Meter ü.M.) mit unglaublicher Fernsicht auf die Inseln Brac, Hvar, Peljesac und Korcula, wobei Peljesac ja nur eine Halbinsel ist. Ein Gasthaus gibt es auch, also spricht nichts gegen eine kleine Rast, man ist ja schon 7 Kilometer geradelt!

 

Kurz danach zweigt rechts eine „strada bianca“ ab, das wäre eine Alternative:

 

Ca. 8 Kilometer auf dem Plateau relativ eben zur Abzweigung rechts (43.248311, 17.17600), ab da wieder geteert, stetig leicht bergab, bis man auf die 512 trifft, wieder rechts, von der ersten Abzweigung in 11 Kilometern zurück zum Startpunkt. Übernachten könnte man am Parkplatz sicher auch! Fährt man die Strecke andersrum, spart man sich die Mautgebühren für den Nationalpark.

 

Die folgenden 16 Kilometer ziehen sich gemütlich immer höher zum Fuß des Sveti Jure, wo noch einige enge Serpentinen warten. Kein Problem fürs Bike: es ist alles geteert und damit auch für PKWs geeignet. WOMOs dürfen auch fahren, aber besser nur mit maximal 6 Metern Länge und 2,10 Metern Breite. Ganz oben ist nicht viel Platz, vielleicht für 10 Pkws, und rangieren kann man auch schlecht. Lieber vor der Schranke links parken (43.339204, 17.053976) und die restlichen Höhenmeter zu Fuß zurücklegen!

 

Die Aussicht von oben kann man nicht beschreiben: sie ist schlichtweg einmalig, genauso wie die 23 Kilometer lange Abfahrt mit glühenden Bremsscheiben!

 

Zu Fuß ist das Hochplateau von vielen Ausgangspunkten zu erreichen, am besten von Makarska über Makar und Veliko Brdo, immer auf der Sonnenseite in fünf Stunden (bis zum Gipfel).

 

Weitere Infos unter http://www.biokovo.com/en/20/home.

 

Wenn man übernachten will: In Podgora gibt es das Autocamp Sutikla (43.234451, 17.078049) und von da kann man die Tour mit dem Bike auch starten. Aber dann muss man aufpassen, dass der Akku vom E- Bike durchhält: 1762 Höhenmeter auf 30 Kilometern!

3. Halbinsel Peljesac

Südseestrand bei Trpanje

Wenn ich auf dem Landweg nach Süden Richtung Griechenland unterwegs bin, ist ein Stopp auf Peljesac ein „Muss“. Diese Halbinsel hat es in sich: Entspannung und Aktivität lassen sich selten so kombinieren wie hier! (s.a. Tour: Nordgriechenland 2017). Von Makarska (Biokovo Nationalpark) bis zum Beginn der Halbinsel bei Ston sind es 110 Kilometer, die man in knapp zwei Stunden schafft. Vorausgesetzt man vertändelt sich nicht bei einem Bad am Bacinska Jezera (43.070186, 17.420748), einem Besuch an der Mündung der Neretva (43.019176, 17.445670), dem ganzjährig offenen Campingplatz Rio (43.013187, 17.469277), dem Besuch Blaces mit seinem Naturhafen, sowie dem Grenzkorridor von Bosnien-Herzegowina bei Neum. Letzterer ist unvermeidbar, denn die schon lang geplante Brücke vom Festland nach Brijesta weist außer bereits stark angerosteten Anfangspfeilern keinerlei Fortschritte auf. Jeder Ausweis wird am Grenzübergang gescannt und das kann dauern. Beim letzten Mal war es fast eine Stunde, von Richtung Dubrovnik kommend!

 

50 Kilometer vor Dubrovnik erscheint rechts die Abzweigung nach Peljesac und in ein paar Minuten ist man im touristischen Zentrum von am Kanal Matog Stona gelegenen Mali Ston mit gutem Parkplatz (42.846052, 17.705345), bzw. dem nur einen Kilometer entfernten, von einer Stadtmauer umgebenen eigentlichen Ort Ston. Letzterer wurde vor etwas mehr als 20 Jahren durch ein Erdbeben ziemlich zerstört, Mali Ston dagegen blieb weitgehend unversehrt.

 

In Mali Ston kann man hervorragend Essen gehen, in der Taverne Bota Sare oder im Restaurant Kapetanova Kuca, das zum Hotel Ostrea gehört. Nicht gerade billig, aber lohnenswert! Meeresfrüchte, vor allem Miesmuscheln, Austern und Fische wie beispielsweise Drachenkopf, Seezunge, Scholle und Steinbutt, die man sonst in Kroatien eher selten findet.

 

Man kann von der Kirche Crkva Sv. Antuna Opata hinauf zur Festung Tvrđava Koruna und von dort weiter aufwärts zur Gipfelfestung Tvrđava Pozvizd steigen, von dort hinab nach Veliki Ston klettern, eine Besichtigungstour starten und auf der unteren Mauer wieder zurück nach Mali Ston wandern. Schweißtreibend mit wunderschönen Aussichten und, na ja, einen halben Tag braucht man dafür.

 

Einen Stopp könnte man einlegen beim Campingplatz in der Prapratno-Bucht, oder, wenn dieser wie jetzt schon geschlossen hat, auf dem Parkplatz davor (42.817291, 17.676034).

 

Warum? – weil man hier erstens locker die Besichtigung von Ston mit dem Bike starten könnte, zweitens eine Rundtour zum östlichsten Punkt von Peljesac unternehmen kann und dabei eines der beiden Restaurants in der Kobas-Bucht besuchen kann (Parkplatz: 42.801688, 17.742596), und drittens der Fährhafen nach Mljet in Sichtweite ist, ganz abgesehen vom azurblauen, sauberen Meer in der Bucht.

 

Bike-Tour:

 

Zurück Richtung Hauptstraße zweigt eine Schotterstraße rechts ab (42.818895, 17.677250).  Nach 3,9 km führt links eine Straße nach Broce und weiter nach Ston. Geradeaus weiter erreicht man nach 7 km das äußerste östliche Ende von Peljesac mit einer tollen Badebucht. Zurück sollte man rechts die Abzweigung in die Kobas-Bucht im Auge behalten: die zwei Restaurants Gastromare Broce und Luka‘s Taverna Kobas zählen mit zu den besten im Lande. Alle Segler wissen das! Von Ston sind es nur noch 3,5 km bis Prapratno. Die kleine Tour also 11,4 Kilometer, die große 25,4!

 

Ausflug nach Mljet:

 

Außerhalb der Hauptsaison verkehrt die Fähre nach Mljet nur spärlich, vorher erkundigen! Preise und Fahrplan unter: (https://www.kroati.de/kroatien-infos/faehre-mljet.html)! Vom Fährhafen Sobra sind es ca. 30 Kilometer nach Pomena, am nordwestlichen Ende. Zurück sollte man Nach Govedari abzweigen, die Gebühr für den Eintritt in den Nationalpark bezahlen und gegen den Uhrzeigersinn um den See herumradeln. Im östlichen Teil über die Brücke bei der Engstelle und dann zweigt eine Alternativstrecke ab (42.773448, 17.374821). Von da geht’s über Stock und Stein 7 Kilometer zurück zur Hauptstraße und von dort sind es nur mehr 19 Kilometer bis zum Fährhafen.

 

Nur 15 Kilometer sind es vom Fährhafen nach Osten zum Ort Sapplunara, wo ein Weg am Strand entlang weiterführt zur fantastischen Badebucht Limuni (42.691205, 17.740278)

 

Wer mit dem WOMO übersetzen will: es gibt zwei Stellplätze, das Autocamp Marina, Ropa (42.753182, 17.460443) in der Nähe des Wassers und das Camp Lupis (43.028272, 17.030726) direkt an der Hauptstraße, für Notfälle. Frei Stehen ist auf Mljet auch außerhalb der Saison problematisch.

 

Besser und ruhiger ist das nächste Hauptquartier in Brijesta bei Dominik (42.977696, 17.152421). Außerhalb der Saison gibt's weder Verkaufsladen noch Restaurant, direkt am Wasser, oder wahlweise verträumt hinter der Kirche unter Oliven – ganzjährig offen. Der Blick vom Strand reicht über zahllose kleine, unbewohnte Inselchen bis zum Sveti Jure im Biokovo Nationalpark. Einzig die ständig wachsenden Muschelbänke könnten manchen nerven. Es hat aber den Vorteil, dass man immer frische Miesmuscheln, Austern und auch Fisch preiswert erwerben kann. Ein idealer Platz zum „Runterkommen“!

 

Weitere Bike-Touren:

 

  Vom Camp Richtung Drace, an der Hauptstraße links bergauf Richtung Ston, vor Dubrava nach Zuljana abbiegen, weiter, am Meer entlang über Trstenik. Von dort bergauf zur Insel-Hauptstraße und über Janjina und Drace zurück. Gut 50 Kilometer und - kann man als Einkaufstour im Ort Janjina verbinden.

 

  Von Brijesta 20 Kilometer nach Prapratno zur Fähre auf die Insel Mljet, dort entweder nach rechts in den Nationalpark, immer die Augen offenhalten um vielleicht die Nymphe Calypso zu erblicken, die Odysseus sieben Jahre in ihren Bann gezogen hat. Dort gibt’s auch die zwei durch einen Kanal mit dem Meer verbundenen Seen (Mali jezero, Veli jezero mit der Klosterinsel Sv. Marija), oder links nach Korita mit seiner Sandbucht Sapplunara. Auf jeden Fall immer den Akku checken, die Insel ist fast 50 km lang und nach der Fähre hat man noch 16 km bergauf zurück, bevor man nach Brijesta hinunterkurven kann.

 

  Vom Camp nach Drace, am Ortsende rechts weg Richtung Sreser, die Hauptstraße von Janjina nach Sreser überqueren bis Osobjava. Vor dem Hauptort links weg auf die Schotterstraße, gut drei Kilometer, dann trifft man auf die geteerte Verbindungsstraße vom Bergdorf Kuna nach Crkvice am Meer, ein Relikt an die kurze Zeit, als die Österreicher hier das Sagen hatten. Geradeaus käme man weiter bis Trpanje und von dort bis Duba. Mit etwas Schieben könnte man sich bis nach Loviste durchschlagen, dem westlichsten Ende von Peljesac.

 

Besser die mit vielen Kehren leicht befahrbare Straße nach oben nehmen, sich im Dorf Kuna einen Cappuccino genehmigen und dann am Kloster Rkt svetište Gospe Delorite rechts vorbei über die Kreuzung fahren, eine Eselfarm rechter Hand passieren und immer leicht bergab zur INA-Tankstelle nach Potomje. Durchfragen zum „Tunnel“ und nach 400 Metern taucht man auf der Südseite wieder auf, hoch über dem Meer mit irrem Ausblick. Hier wachsen die Trauben für den "Dingac", den schweren Rotwein. Es sieht aus wie in den "Cinque Terre" in Ligurien! Rechts käme man über Podobuce nach Postup und Orebic. Links geht’s, stets bergab, durch verbranntes Gelände nach Trstenik. Von dort am Meer entlang nach Zuljana, dann bergauf zur Hauptstraße. Dort links, den Berg hinab bis rechts die Abzweigung nach Brijesta kommt. Eine 60-Kilometer-Traumtour!

 

Darüber hinaus gibt es jede Menge „Trails“ zu entdecken, beispielsweise durchs Tal von Zuljana nach Putnikovic, oder zur Traumbucht Uvala Vucine und von dort den Berg Sveti Ivan hinauf mit einer atemberaubenden Sicht am Steilabfall auf die Insel Mljet (42.872953, 17.466350) und zurück zum Trail Zuljana-Putnikovic und, und, und…

 

Für den westlichen Teil Peljesacs nimmt man besser die Camping-Möglichkeiten in den Orten Orebic, Kuciste und Viganj in Anspruch. Das hätte den Vorteil, dass man gleich beim Fährhafen nach Korcula ist und zumindest den östlichen Teil inklusive der unvergleichlichen Hauptstadt erkunden kann.

 

Ein paar Auto-Camps haben ganzjährig geöffnet, und wenn geschlossen ist, kann man meist unbeschwert am Parkplatz davor nächtigen. Ein ganz besonderes „Schmankerl“ ist der Parkplatz am Franziskaner-Kloster oberhalb von Orebic (42.977668, 17.152460), Abfahrt gegenüber Hotel "Villa Julija" (WOMO sollte nicht zu lang sein, da knifflige, enge Durchfahrt am Kloster). Von dort kann der Sveti Ilija, („Monte Vipera“!) in vier Stunden erklettert werden (nur mit guter Ausrüstung) und gegen eine Übernachtung mit Panoramablick auf Korcula hat hier oben sicher keiner was. Die Panorama-Straße führt ca. drei Kilometer eng weiter westwärts, zurück auf die Straße Orebic-Loviste. Vielleicht erst mal mit dem Bike checken?

 

Ab Viganj klettert die Straße den Berg hinauf und dann ist man gleich am Ausgangspunkt zum Normalweg auf den Sveti Ilija. An der Abzweigung (42.993769, 17.087038) geht’s mit dem Bike noch ca. 3 km leicht bergauf, dann beginnt der einfache, aber lange Steig (3 Stunden) auf den Sveti Ilija (961 Meter ü.M.).

 

Der Rundblick auf dem Gipfel sucht seinesgleichen: Man erkennt das Festland mit dem gewaltigen Biokovo-Gebirge, die langgestreckte Insel Hvar und dahinter die Insel Brac. Bei guter Sicht ist auch die Insel Vis auszumachen, Jahrzehnte ein militärisches Sperrgebiet und heute immer noch ein Geheimtipp. Nach Süden aber vor allem die Insel Korcula, deren gleichnamiger Hauptort wie eine verkleinerte Kopie der weltberühmten Altstadt von Dubrovnik aussieht. Und im Frühjahr oder Herbst, wenn die Luft klar ist sieht man deutlich bis zum 120 Kilometer entfernten Gargano in Apulien und kann dem allgegenwärtigen Padre Pio zuwinken, wenn er sich mal wieder aus seiner Grabstätte in San Giovanni Rotondo materialisiert hat.

 

Wer mit dem WOMO da ist, könnte neben der Straße bei Nakovanj (42.997022, 17.087560) sein Fahrzeug stehen lassen, aber mehr Spaß macht es, mit dem Bike von Viganj oder Loviste aus zu starten.

 

Ein zweiter Platz zum „Runterkommen“ oder "Chillen" auf Neudeutsch, befindet sich am Ende der Straße in Loviste, und zwar im Autocamp Denka (43.024867, 17.034848). Hier ist – wie in Brijesta die Welt zu Ende. Eine traumhafte Bucht mit täglichen Sonnenuntergängen im Meer, zwei Restaurants, einer Bar und einem kleinen Laden, das war’s. Ende Oktober hat das Meer noch 23 Grad und es ist kaum mehr was los, im Gegensatz zum Hochsommer. Neben der Tour zum Sveti Ilija gibt es von hier viele Trails zu entdecken und die 200 Höhenmeter über den Berg runter nach Viganj und Orebic sind auch nicht die Welt.

 

Fazit:

 

Peljesac ist die (Halb-) Insel für einen Kombiurlaub in Sachen Aktivität/Abhängen, vor allem außerhalb der Hauptreisezeiten im Juli/August. Ein Schwerpunkt ist die Muschelzucht: viele Fischwirte nehmen ihre Berufsbezeichnung wörtlich und bieten Vor-Ort-Verkostung an, inklusive Wein. Apropos Wein: Die Halbinsel gehört zu den besten Weinanbaugebieten Kroatiens Von hier kommen die Spitzenweine Kroatiens! Die Weinreben sind auf Feldern und den südseitig liegenden, stufigen Terrassen, angepflanzt. Die Hänge, die steil zum Meer hinabreichen, erinnern an die „Cinque Terre“ in Ligurien, allerdings gibt es hier noch keine „Liftanlagen“, die die Bewirtschaftung erleichtern.

 

Der Postup ist ein rubinroter Spitzenwein aus der Plavac Mali Traube mit duftigem Bukett und fein-würzigen Aromen von Maraschino-Kirschen sowie Waldbeeren. Der Dingac wird auch aus der Plavac-Mali-Traube gekeltert und hat ein ähnliches Bukett, noch eine Spur edler. Die Rebsorte Plavac Mali gilt als Ursprungsrebe, der in Kalifornien angebauten Zinfandel-Rebe. Beide Weinsorten sind geschützte Prädikatsweine mit beschränkter Erzeugung. Daneben baut (fast) jeder seinen eigenen Rotwein an, süffig und wesentlich preiswerter.

 

Kulinarisch leidet das Gros der verschiedenen Wirtschaften am „ich-kann-das-schon-Syndrom" (siehe Blog vom 8. N0v. 2017) mit Ausnahme der vier erwähnten Lokale, die aber auch sowas von "abfallen", natürlich in positiver Hinsicht.

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